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Schlaf

Füße im Bett
RLS, Schlaf, Schlafstörung

Störung im Schlaf – Restless Legs Syndrom

Die Störung des Schlafes kann gravierende Folgeerkrankungen verursachen – beispielsweise Diabetes. Daher ist ein erholsamer Schlaf ein wichtiger Gesundheitsfaktor. Eine Erkrankung, die den Schlaf stört ist das Restless Legs Syndrom, kurz RLS genannt.

Was ist das Restless Legs Syndrom?

Nach aktuell gängiger Forschungsmeinung ist das RLS eine Erkrankung des Nervensystems. Betroffene spüren einen starken zwanghaften Bewegungsdrang in den Beinen und teilweise den Armen. Dieser Drang wird von Schmerzen, Kribbeln oder Stechen in den Beinen begleitet und unterstützt.

Besonders auffällig ist, dass die unangenehmen Begleiterscheinungen durch Bewegung gelindert werden und vermehrt auftreten sobald der Körper zur Ruhe kommen möchte, d.h. im Schlaf, im Sitzen oder im Liegen. Teilweise treten auch regelmäßige Zuckungen auf, die sogenannten Periodic Limb Movements (PLM).

Als Folge dieser Symptome treten zum Einen eine Störung des Schlafes auf, welche die üblichen Auswirkungen des Schlafentzugs nach sich zieht und zum Anderen soziale und psychische Beeinträchtigungen, weil eigentlich schöne entspannende Tätigkeiten, wie beispielsweise Filme schauen, nicht mehr in der Gruppe oder alleine ungezwungen ablaufen können. Ein Besuch beim Arzt sollte frühzeitig erfolgen.

Welche Ursachen hat das RLS?

Bis heute ist die Ursache des RLS nicht abschließend geklärt. Die meisten Forscher unterstützen die These, dass Störungen des Gehirnstoffwechsels die wahrscheinlichste Ursache sind. Dies gilt insbesondere für den Neurotransmitter Dopamin, da die Verabreichung von Substanzen, welche die Wirkung von Dopamin an den Nervenzellen nachahmen, zu einer Linderung der Symptome des RLS beiträgt.

Im Gegensatz dazu vertritt Dr. Aaro Salminen in seiner 2015 veröffentlichten Doktorarbeit eine andere These. Er untersuchte die Sauerstoffkonzentration von RLS-Patienten in den Armen und Beinen. Dabei fand er heraus, dass diese bei RLS-Patienten geringer ist. Folglich könnte die Ursache in den Gliedmaßen und nicht im Gehirn zu finden sein.

Dr. Aaro Salminen arbeitet für das Institut für Neurogenomik am Helmholz-Zentrum München, welches sich zum Ziel setzt die genetische Grundlage von neurologischen Erkrankungen zu erforschen. Er bestätigt, dass die Forschung sich zum aktuellen Zeitpunkt noch über die genaue Ursache von RLS uneinig ist, fügt aber hinzu „We know that RLS is partly hereditary and that a few genes have been identified to contribute to the risk of RLS.“ Es gilt also als gesichert, dass RLS teilweise vererbt wird und einige der auslösenden Gene konnten bereits identifiziert werden.

Unter der Annahme des Hormonhaushaltes als Verursacher können Medikamente (u.a. einige Antidepressiva, Antiepileptika und Hormonpräparate), Schwangerschaft, Schilddrüsenfunktionsstörungen oder Zusatzstoffe in Lebensmitteln, wie Koffein oder Süßstoff, einen negativen auslösenden oder verstärkenden Einfluss nehmen.

RLS kann als Symptom von Eisenmangel oder Nierenerkrankungen auftreten oder ebenfalls vererbt werden.

Neben hormonellen Auslösern können auch die Nerven selbst angegriffen oder geschädigt werden, beispielsweise durch einen Bandscheibenvorfall, rheumatische oder neurologische Erkrankungen.

Welche Therapieansätze gibt es?

RLS wird als chronische nicht heilbare Krankheit eingestuft, deren Symptome man aber „in den Griff bekommen“ könne.
Jeder Therapieansatz hängt von der Ursachenthese des behandelnden Arztes ab. Mit diesem sollten Sie sich in Ihrem individuellen Fall abstimmen und ihn Fragen was er von den aufgelisteten Alternativen hält und warum(!).

Hormonelle oder nervliche Auslöser werden in der westlichen Medizin über Medikamente angegangen. Alternativ wird die Implantat-Akupunktur beworben, welche über eine Nadel im Ohrläppchen Dopamin angeblich freisetzen soll. Aktuell konnte dazu keine unabhängige Quelle bzgl. der Wirksamkeit gefunden werden, aber für Betroffene ist dies ein wertungsfreier Hinweis auf eine mögliche alternative Behandlungsmethode.

Bei den Ansätzen zur Selbsthilfe sei der Hinweis gestattet, dass es je nach Ursachenthese des Arztes auch negativ sein könnte eine der folgenden Anregungen zu testen. Besprechen Sie dies im Einzelfall mit Ihrem Arzt.

Angeblich hilfreich könnten folgende Maßnahmen sein: Stressvermeidung, ausreichende Bewegung der Beine (Gymnastik, Laufen, Rad fahren), Yoga, Tai-Chi, Qigong, Massagen, kalte Fußbäder oder anspruchsvolle geistige Tätigkeiten (Computerarbeit, ein spannender Film).

Ein wichtiger Heilungsbaustein ist die eigene Psyche. Mindern Sie daher sozialen Druck, indem Sie beispielsweise Ihr Umfeld darüber informieren, dass Ihr Handeln kein Spleen ist, keine Aussage über Langeweile oder Desinteresse trifft und auch keine anderen negativen Interpretationsmöglichkeiten auslösen möchte. Werben Sie für Verständnis im doppelten Sinne, nämlich für Toleranz und für Verstehen im Sinne von Wissen über die Krankheit.

Und lassen Sie sich von guten Freunden auch mal bobbeln und reden Sie sich die Sorgen und Ängste von der Seele.

Wo finden Betroffene Hilfe?

Bei leichten Symptomen kann der Hausarzt helfen. Darüber hinaus sind Neurologen oder Schlaflabore die richtigen Ansprechpartner.

Fazit

RLS verursacht den Bewegungsdrang. Das ist sozial gesehen manchmal belastend, weil man ruhige Tätigkeiten nicht oder nur unter starker Anstregung mitmachen kann. Den stark belastenden Part übernimmt die Störung des Schlafes, da diese für die verheerenden körperlichen Folgen sorgt. Welche Folgen Schlafentzug haben kann, können Sie im Artikel Was ist Schlaf? nachlesen. Gehen Sie daher frühzeitig zum Arzt, damit Ihr Schlaf mit ärztlicher Hilfe wieder erholsamer wird.

Ich wünsche erholsamen störungsfreien Schlaf und bin gespannt auf Ihre Rückmeldung!

Thorsten von Bettdecke.de

Traumexpress zum Mond
Praktische Tipps, Schlaf, Träume

Träume, Tagträume und Albträume

Mir ist es heute ein Bedürfnis wieder etwas Positives zu schreiben. Träume sind etwas Schönes. Sie entfesseln die Phantasie und ermöglichen Reisen zu besonderen Orten oder in sonst verwehrte Gefühle.

Außerdem gibt es doch nichts Schöneres als morgens aufzuwachen und erfolgreich mit der Hilfe eines Einhorns den Zuronks bei ihrem Kampf um den magischen Staubsauger geholfen zu haben. Man hat zwar meistens keine Ahnung mehr wer oder was die Zuronks sind und wie diese aussehen, aber aus irgendeinem, bis vor 3 Sekunden noch sinnvollen, Grund musste der Staubsauger die Aktenblätter der Einöde vernichten. Die Erinnerungen gehen, aber das gute Gefühl bleibt.

Warum träumen wir?

Wenn Schlafstörungen zu Gedächtnisproblemen führen, dann liegt der Schluss nahe, dass Träume das nächtliche Umwandeln des Erlebten in Langzeitgedächtniskompatible Form darstellen. Wie sieht so eine Form aus? Dazu muss man sich in Erinnerung rufen wie das Gehirn funktioniert.

In unseren Köpfen liegen viele Milliarden Nervenzellen und warten darauf gereizt zu werden. Wenn einer Nervenzelle der Reiz stark genug ist, dann wird sie aktiv und leitet den Impuls weiter und wird für diesen Reiz empfänglicher, was Bahnung genannt wird. Die Kombination vieler gleichzeitig „feuernder“ Nervenzellen (Nervenverband) repräsentiert ein Ding, was ein Stuhl, Auto, Kind, Wut oder alles Mögliche mit unseren Sinnen erfahrbare sein kann.

Lernen funktioniert darüber, dass gewisse Verbände mehrmals aktiviert und deren Verbindung somit gebahnt, also quasi trainiert, wird. Folglich wäre es nur logisch, dass bei der Überführung ins Langzeitgedächtnis, das Hirn lernen will und Neuronenverbände aktiviert, um diese mit den neuen Verbänden zu verbinden. Feuert der alte Verband, dann besteht die höhere Wahrscheinlichkeit, dass der neue Verband mitfeuert. Das Gehirn baut eine neuronale Eselsbrücke. Es würde mich freuen, wenn Leser, die tiefer in der aktuellen Hirnforschung stecken, mir sagen könnten, ob meine Herleitung schon bewiesen oder verworfen wurde? Und vor allem von wem, damit ich diese Ergebnisse auch vorstellen kann. Danke im Voraus.

Was machen Schlaf- und Traumforscher?

Schlafforscher dürfen viele nette Dinge tun, unter anderem ärgern sie ihre Versuchspersonen, indem sie diese zum Beispiel gezielt nachts aufwecken und zu deren Träumen befragen. Ein Traum zerplatzt und einer wird wahr, nämlich mit Schabernack Geld zu verdienen. Schlafforscher arbeiten auch in Schlaflaboren. Dort untersuchen sie mit vielen Kabeln und Geräten wie gut die Untersuchten derart gestört noch schlafen können und wie sehr sie schnarchen oder wie häufig deren Atem aussetzt.

Dazu werten sie Daten wie Gehirnaktivität, Stoffwechselvorgänge, Träume und Schlafrhythmus aus. Insgesamt ist ein Schlafforscher primär auf der medizinisch physiologischen Seite einzuordnen und ein Traumforscher eher auf einer ganzheitlichen Suche nach der Quelle und dem Sinn von Träumen. Und Traumdeuter sind entweder auf der psychologischen Schiene Freuds und Jungs unterwegs oder im Bereich der Esoterik angesiedelt. Die ganze Spanne von „Es zählt nur was sich zählen lässt“ bis hin zu „Das Unbewusste ist nicht logisch und der Mensch mehr als nur Zahlen, Daten und Fakten“.

Etwas verstörend fand ich ein Rechercheergebnis, nämlich dass japanische Forscher angeblich bereits 2013 eine Maschine erfunden haben, die menschliche Träume dekodieren kann. (Dream decoding from human brain, ATR Computational Neuroscience Laboratories in Kyoto) In dem entsprechenden Beispielvideo wird gezeigt wie aus den Gehirnströmen Vorhersagen getroffen werden in welchem Bereich sich die Traumbilder bewegen. Als abschließender Beweis der guten Vorhersage wird dann die Aussage der Versuchsperson über deren Trauminhalt angezeigt. Ghost in the Shell rückt näher.

Wie kann man sich mit Tagträumen entspannen?

Auch wenn der mächtige und schnelle Fortschritt der Technik verunsichert, kann man sich mit Tagträumen herrlich entspannen und der übertriebenen Leistungsgesellschaft die rote Karte zeigen.

Gönnen Sie sich anstatt eines Powernaps einen „Powerdaydream“! Warum vorher noch keiner auf diese Bezeichnung gekommen ist, ist mir ein Rätsel. Im Gegensatz zum Powernap kann man beim Powerdaydream den Inhalt selbst steuern. Wie bei der Selbstsugesstion ist auch hier der Startgedanke wichtig.

„Südsee, Strand, sanfte Reggaemusik, Schäfchenwolken und Meeresrauschen.“ Ich bin gedanklich schon auf meiner Liege und genieße das Wochenende – und Sie? Onlineradio an und Peter Tosh unterstützt die kleine Reise ins Traumland. Ein schöner Nebeneffekt, meine leichte Nackenverspannung ist innerhalb dieser 3 Minuten wegentspannt worden. Ich kann einen Powerdaydream wirklich empfehlen, außer Sie sind Sicherheitsbeamter eines Atomkraftwerkes oder müssen sich anderweitig bei der Arbeit sehr konzentrieren.

Neben den passenden Gedanken und Musik, helfen auch Bilder, Töne oder Gefühle beim Übergang ins Tagtraumland. Probieren Sie einfach aus, was Sie am besten anspricht. Abstrakte Kunst oder sogenannte „Neue Musik“ löst bei mir beispielsweise garnichts aus, darum lasse ich sowas links liegen und konzentriere mich auf die Reize, die mich ansprechen. Es muss nicht jedem alles gefallen und das ist gelebte Vielfalt.

Diese doofen Albträume!

Schweißnass mit rassendem Herz aufzuwachen ist eine der schlimmsten Schlafstörungen. Wenn äußere Stressoren diese Erfahrung Nacht für Nacht verursachen, dann geht man schnell auf dem Zahnfleisch. Eine der großen Künste ist die aktive Transformation des Albtraums in eine harmlose Geschichte – ohne dabei aufzuwachen! Es soll angeblich möglich sein, sich so zu trainieren, dass man sein Traumgeschehen bewusst steuern lernt. Mir ist es noch nie gelungen und ich kenne auch niemanden, der regelmäßige Kontrolle vorweisen könnte.

Daher kann ich zwei alternative Wege empfehlen:

Albtraum – du kommst hier nicht rein!

Wenn der Albtraum einen klaren äußeren Auslöser hat, dann hilft es sich wie Gandalf diesem entgegen zu stellen und klar zu sagen „[Du Auslöser] kommst hier nicht rein, es ist nicht die Zeit und nicht der Ort über dich nachzudenken!“ Geben Sie dem Auslöser seine Zeit und seinen Ort und definieren Sie klar, dass Sie nicht bereit sind sich Abends/Nachts im Bett mit ihm zu beschäftigen. Und schleicht er sich trotzdem rein, dann bewusst stoppen und bewusst an etwas anderes Schönes denken. Powerdaydream ist an deiner Seite!

Das Schöne-Träume-Arsenal

Wenn der Stressor nicht abstellbar ist und nachts aufschrecken leider regelmäßig dazugehört, dann hilft beim Minimieren des Schlafverlustes ein kleines Arsenal an schönen Träumen, die einem beim Wiedereinschlafen helfen. Dabei muss man selbst experimentieren was möglichst schnell den Albtrauminhalt kaschiert. Ohne selbst einen endlosen Falltraum gehabt zu haben, würde ich zum Beispiel mit einem Gegentraum experimentieren in dem mir Flügel wachsen, damit dieser vielleicht beim nächsten Albtraum automatisch die Kontrolle übernimmt und das hilflose Fallgefühl in ein geiles Fluggefühl umwandelt. Und wenn das nichts hilft, dann vielleicht ein fixer Gegentraum mit einem lebendigem Bild, das einen schnell umhüllt. Dieses lebendige Bild ist individuell unterschiedlich, also heißt es „Experimentiermodus an“.

Träume und Grenzen

„Das darfst du doch so nicht sagen!“ oder „Sowas darfst du doch nicht denken!“ – gilt das auch für Träume?
Wir leben in einer Welt mit so vielen Regeln, Grenzen und Frust. Warum sollte die Phantasie – das letzte Rückzugsgebiet – auch noch Regeln unterworfen werden? Wenn Träume im Traumland bleiben, dann ist das meines Erachtens vollkommen okay, sofern derjenige dadurch nicht komplett den Halt in der Realität verliert.

Träume bieten für allerlei Gedankenspiele Raum und ermöglichen das Ausleben von Sehnsüchten ohne andere zu bedrängen, zu verletzen oder Schlimmeres. Auf der anderen Seite bieten sie auch die Möglichkeit eigenes Handeln oder bestimmte Situationen in seinem eigenen „Holodeck“ durchzuspielen, zu bewerten und bessere Handlungsalternativen zu entwickeln.

Außerdem ist die Basis für Kreativität freies und unkonventionelles Kombinieren von Dingen, Worten oder Gedanken. Diese Fähigkeit ist trainierbar, wenn man sich nicht von vorne herein mit „Sowas darfst du doch nicht denken!“ selbst an die Gedankenleine legt.

Was denken Sie darüber?

Ich wünsche erholsamen störungsfreien Schlaf und bin gespannt auf Ihre Sichtweisen!

Thorsten von Bettdecke.de

Ein Lavendelfeld
Einschlafen, Pflanzen, Praktische Tipps, Schlaf

Pflanzliche Schlafhelfer

Wenn Sie Nachts schlecht schlafen und die Ursache dafür noch nicht gefunden haben, dann können pflanzliche Schlafhelfer unter Umständen ganz nützlich sein. Es geht hierbei ausschließlich um frei zugängliche Pflanzen!

Es lassen sich dabei zwei Gruppen bilden, nämlich zum Einen die Pflanzen, die den Körper direkt zur Ruhe bringen und zum Zweiten, die Luftqualitätserfrischer, welche Giftstoffe und CO² binden oder nachts Sauerstoff abgeben.

Einschlafhilfen

Hier führe ich viele Pflanzen und Kräuter zusammen, die eine direkte positive Wirkung auf den Körper erzielen. Beachten Sie bitte Ihre eigenen Allergien und fragen Sie vor der Einnahme Ihren Arzt oder Apotheker, ob und in welcher Dosierung dieser Ihnen für die Anwendung in Ihrem individuellen Fall empfiehlt.

  • Baldrian
    Wird seit Jahrhunderten in Teeform als Einschlafhilfe genutzt. Aktuell sind ebenfalls Baldriantabletten erhältlich. Die Wirkung setzt erst – je nach Dosierung – 30 bis 60 Minuten nach der Einnahme ein. Seine volle Wirkung soll Baldrian aber erst nach 2-6 Wochen durchgängiger Einnahme entfalten. Dem widersprechen Aussagen, dass auch Baldrian Nebenwirkungen entfalten könne und die Baldrianpflanze vermutlich krebserregende Valepotriate enthalten kann.
  • Salate: Endivie, Chicorée, Kopfsalat oder Romana
    Werden sehr selten im Zusammenhang mit Schlafförderung genannt, obwohl eine Studie 2005 schmerzlindernde und beruhigende Wirkungen des in Salaten enthaltenen Bitterstoffes Lactucin nachwies. Folglich ist Salat am Abend, wohl mehr als nur labend.
  • Jasmin
    Wird häufig als das Wundermittel gesehen, das sogar die Wirkung von Psychopharmaka ohne Nebenwirkungen erreichen solle. Dabei genüge der Duft der Pflanze aus um Angstzustände zu lösen, Erregung und Aggression zu hemmen und um den Körper für den Schlaf beruhigend vorzubereiten. Als Verabreichungsform genügen einige Tropfen Jasminöl in eine Duflampe oder auf das Kissen oder die Pflanze selbst im Schlafzimmer.
  • Heiße Milch mit Honig
    Honig ist eine Verarbeitungsform von Pflanzen und man kennt heiße Milch mit Honig als ein Hausmittelchen der Großmütter. Die schlaffördernde Wirkung wird durch den Tryptophangehalt der Milch erklärt, da Tryptophan im Gehirn in das Schlafhormon Melatonin umgewandelt wird.
  • Lavendel
    Der Duft von Lavendel besitzt beruhigende und angstlösende Wirkung. Als Verabreichungsform genügen einige Tropfen Lavendelöl in eine Duflampe oder auf das Kissen oder die Pflanze selbst im Schlafzimmer.
  • Sauerkirsche
    Die Sauerkirsche ist eine natürliche Quelle für das Schlafhormon Melatonin. Die Sorte Montmorency soll hierbei besonders viel Melatonin enthalten und somit beim Einschlafen am besten helfen.
  • Passionsblume
    Sie enthält Substanzen, die das Nervensystem beruhigen und wird gerne als Tee eingenommen. Angeblich ergänzt bzw. verstärkt sie die Wirkung von Baldrian.
  • Melisse
    Sie enthält Substanzen, die das Nervensystem beruhigen und wird gerne als Tee eingenommen. Angeblich ergänzt bzw. verstärkt sie, wie die Passionsblume, die Wirkung von Baldrian.
  • Johanniskraut
    Gilt als Naturhilfe bei Depressionen und bei Schlafproblemen. Eine mögliche Nebenwirkung ist eine erhöhte Lichtempfindlichkeit bei Haut und Augen. Wie bei Baldrian sollen sich die positiven Effekte erst nach 2-4 Wochen spürbar einstellen. Auf Grund der möglichen Nebenwirkungen sollten Sie hierbei besonders auf den Rat Ihres Arztes oder Apothekers hören.
  • Hopfen
    Die Kombination von Hopfen und Baldrian wurde in einer Studie über psychisch bedingte Schlafstörungen [1] als sehr hilfreich bezeichnet. Zudem sollen früher Erntehelfer beim „Hopfen-Zapfen“ – also der Erntetätigkeit – häufig recht früh müde geworden sein. Es liegt der Schluss nahe, dass sich dadurch die „Bierseeligkeit“ auch erklären ließe.
  • Gardenia jasminoides
    Die Gardenia jasminoides besitzt laut den Erkenntnissen der Forscher um Professor Dr. Hanns Hatt von der Ruhr-Universität Bochum (RUB)[2] eine valiumähnliche Wirkung und liebt es hell und geschützt vor direkter Sonneneinstrahlung.

Sollten Sie anstatt der Pflanze ein entsprechendes Duftöl einsetzen, dann möchten ich Ihnen noch eine nützliche Information auf den Weg mitgeben. Bei der Herstellung von Duftölen weisen die verschiedenen Verfahren teilweise gravierende Qualitätsunterschiede auf. Lesen Sie dazu unseren Artikel über die unterschiedlichen Qualitätsstufen von Duftölen.

Luftqualitätsverbesserer

Die Konzentration von Kohlendioxid in der Raumluft des Schlafzimmers soll sich angeblich auch negativ auf die Schlafqualität auswirken. Folglich fördern Pflanzen, welche die Luftqualität verbessern indirekt die Nachtruhe. Es ist spannend, welche ungeahnten Erkenntnisse ich bei der Recherche zu diesem Artikel lesen durfte. Besonders hervorzuheben ist die Erkenntnis, dass es einige Pflanzen gibt, die Haushaltsgifte wie Formaldehyd aus der Luft filtern!

  • Bogenhanf (Sansevieria trifasciata, Schwiegermutterzunge)
    Filtert Kohlendioxid und einige Haushaltsgifte aus der Raumluft und gibt nachts Sauerstoff ab.
  • Aloe Vera
    Primär bekannt durch Kosmetikprodukte birgt Aloe Vera ungeahnte Fähigkeiten und ist dabei ähnlich pflegeleicht wie ein Kaktus. Sie gibt nachts Sauerstoff ab und der Saft hilft angeblich bei der Wundheilung kleiner Schnitte, bei trockener Haut oder Insektenstichen.
  • Grünlilie
    Besitzt sehr gute Filtereigenschaften für Formaldehyd, Rauch und Gerüche.
  • Gemeiner Efeu
    Reinigt die Luft. Das American College of Allergy, Asthma & Immunology untersuchte den gemeinen Efeu und gab 2005 die faszinierenden Ergebnisse bekannt[3] . Efeu soll angeblich Formaldehyd und Schimmel in einer beeindruckenden Geschwindigkeit binden und zusätzlich Allergikern eine deutliche Linderung ihrer Leiden verschaffen. Die Schattenseite ist, dass Efeu giftig ist und folglich von Kindern und Tieren ferngehalten werden muss.
  • Einblatt (Spathiphyllum, Blattfahne)
    Reinigt die Luft und steigert die Luftfeuchtigkeit. Die Erhöhung der Luftfeuchtigkeit kann gegen trockene Augen und Nasen helfen. Senkt angeblich die Keimbelastung in der Luft für Allergiker und sollte im Schatten für Tiere und Kinder unzugänglich platziert werden. Leider gibt es auch gegensätzliche Erkenntnisse, dass Einblatt Allergieauslösend sei. Es empfiehlt sich also beim Kauf sich zu informieren, welche Eigenschaften die vorliegende Unterart besitzt.
  • Bergpalmen
    Reinigt die Luft von negativen Gerüchen und diversen Giften. Sie ist leicht zu pflegen und fügt dem Schlafzimmer eine exotische Note hinzu.
  • Gerbera
    Geben nachts Sauerstoff ab und helfen somit Menschen mit Apnoe oder Allergien nachts weniger an Atemnot zu leiden. Sie sieht schön aus, ist aber anfällig für Pilzbefall und benötigt somit eine erfahrenere Hand.
  • Efeutute
    Reinigt die Luft von negativen Gerüchen und diversen Giften. Ist sehr pflegeleicht, aber leicht giftig und muss folglich von Kindern und Tieren ferngehalten werden.
  • Rosmarin
    Verbessert die Luftqualität durch einen sehr angenehmen Duft. Angeblich soll Rosmarin ebenfalls die Gedächtnisfähigkeit unterstützen und weitere heilende Wirkungen besitzen.

Fazit

Das Feld der pflanzlichen Einschlafhelfer ist riesig und verändert sich ständig. Ich bin kein Botaniker und Sie vielleicht auch nicht, aber wir beide haben nun einen Zugang, um uns bei Bedarf näher zu informieren. Ich ergänze den Artikel gerne um weitere Pflanzen, die Sie mir nennen. Kennen Sie noch ungenannte hilfreiche Pflanzen?

Ich wünsche erholsamen störungsfreien Schlaf und bin gespannt auf Ihre Sichtweisen!

Thorsten von Bettdecke.de

Quellen

  1. Füssel A1, Wolf A, Brattström A.(2000): Effect of a fixed valerian-Hop extract combination (Ze 91019) on sleep polygraphy in patients with non-organic insomnia: a pilot study. In: Eur J Med Res. 2000 Sep 18;5(9):385-90. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/11003973
  2. Olga A. Sergeeva, Olaf Kletke, Andrea Kragler, Anja Poppek, Wiebke Fleischer, Stephan Roger Schubring, Boris Goerg, Helmut L. Haas, Xin-Ran Zhu, Hermann Luebbert, Guenter Gisselmann, and Hanns Hatt(2010): Fragrant dioxane derivatives identify ß1 subunit-containing GABA(A) receptors. J. Biol. Chem. jbc.M110.103309. First Published on May 28, 2010, doi:10.1074/jbc.M110.103309. https://aktuell.ruhr-uni-bochum.de/pm2010/pm00222.html.de
  3. https://www.webmd.com/allergies/news/20051107/english-ivy-fix-allergies
Ein Frau wacht auf und streckt sich
Schlaf, Schlafkultur

Schlaf und Gesundheit

Wissenschaftler debattieren noch immer darüber warum Lebewesen schlafen. Dabei geht es um Standpunkte, die für das alltägliche Leben zu detailreich sind. Wir sind uns einig, dass Schlaf wichtig ist und mehrere Funktionen übernimmt. Eine dieser Funktionen ist die Heilkraft des Schlafes. Der Körper fährt runter und kann sich darauf konzentrieren sein Gleichgewicht und seine Gesundheit wieder herzustellen.

Wohltat für den Rücken

Ein interessanter Aspekt ist der heilende bzw. präventive Rückfluss von Flüssigkeit in den Gallertkern der Bandscheiben. Man merkt es selbst oder hat schonmal gehört, dass Menschen über den Tag hinweg „kleiner“ werden. Das liegt genau an diesem Phänomen des Flüssigkeitsverlusts der Bandscheiben. Unterschreitet die Flüssigkeitsmenge einen bestimmten Punkt, dann schabt Knochen auf Knochen und Rückenschmerzen sind das Ergebnis. Aus diesem Grund ist es ratsam für den erholsamen Schlaf eine Matratze und Kissen zu wählen, die die Wirbelsäule in jeder Lage entlasten, um den Rückfluss zu unterstützen.

Wohltat für die Seele

Wenn wir müde sind, dann werden wir im Allgemeinen grummelig und engstirnig. Das ist schlecht für das Gemüt und die so verbrachte Zeit ist verlorene Zeit für Freundschaften und schöne Dinge. Diese Zeit ist für immer verloren. Warum dann nicht schlafen, um dann danach frisch und besser gelaunt sich mit den angenehmen Seiten des Lebens beschäftigen?

Wohltat für die kleinen Zipperlein

Wenn sich die Erkältung ankündigt, der Kopf schmerzt oder die Augen brennen. Bei vielen kleinen Anzeichen einer aufkommenden Krankheit hilft es sich angenehm in eine Daunendecke zu hüllen und den Körper seine Abwehrarbeit in Ruhe erledigen zu lassen.

Wohltat für den Beruf

Das Gehirn räumt nachts die Erfahrungen des Tages auf und das Unterbewusstsein kann ungestört vom Bewusstsein Probleme lösen. Das kenne ich vom nächtlichen aufschrecken, weil mir eine tolle Idee gekommen ist oder wichtige Lösungen zu einem Problem mir plötzlich so selbstverständlich erscheinen. Dann heißt es schnell Block und Stift nehmen und aufschreiben.

Wenn ich diesen Rat nicht befolge, dann wache ich regelmäßig morgens auf und grüble darüber nach welche tolle Lösung mir heute Nacht im Schlaf gegeben wurde? Sie kennen das sicher auch: die Lösung liegt so nahe, aber man kann diese nicht mehr genau greifen.

Das Aufschreiben ermöglicht zusätzlich das Loslassen und wieder einschlafen, damit man nicht halb wach liegt und sich sagt „Ich darf es nicht vergessen, ich darf es nicht vergessen, ich darf …“

Das Unterbewusstsein für sich arbeiten zu lassen kostet keine Anstrengung und ist extrem gut. Problemlösungen mit dem Bewusstsein zu finden ist zeitlich begrenzt, da irgendwann das geistige Anspannungsmaximum erreicht ist und die Lösungsansätze schlechter werden. Dem Unterbewusstsein ist sowas egal.

Fazit

Kann man bei so vielen Wohltaten einem erholsamen Schlaf widerstehen? Egal ob Powernapping oder Nachtschlaf, ab ins Traumland und Gesundheit tanken!

Ich wünsche erholsamen störungsfreien Schlaf und bin gespannt auf Ihre Sichtweisen!

Thorsten von Bettdecke.de

Eine Frau im Schlaf
Schlaf, Schlafstörung

Was ist Schlaf? (Textupdate auf Wissensstand 2018)

Das ist die spannende Frage. Schlaf ist mehr als nur Regeneration. Im Schlaf löst unser Unterbewußtsein Probleme des Tages, „räumt“ unser Gehirn aktuelle Erfahrungen auf, transportiert diese ins Langzeitgedächtnis und reinigt sich selbst. Wir träumen im Schlaf, fliegen durch Phantasiewelten oder fahren alle Systeme wie ein Stein runter. Zusätzlich kann Schlaf auch als kultureller Ausdruck genutzt werden.

Warum Schlafen wir?

Diese Frage ist nicht einfach zu klären, da beispielsweise eine rein physiologische Erklärung möglicherweise wichtige Teilantworten übersieht.

Schlaf als eine evolutionäre Antwort auf Krisenzeiten

Wir Menschen leben auf der Erde. Hier gibt es einen Rhythmus von Tag und Nacht, der sich ungefähr alle 24 Stunden wiederholt. Das menschliche Auge kann im Dunkeln nicht gut sehen, was ein Leben bei Nacht deutlich erschwert. Es ergibt somit einen überlebenswichtigen Sinn sich an den Rhythmus von Tag und Nacht anzupassen.

Es stimmt – man hätte sich auch anders anpassen können, indem man nachts einfach in Sicherheit geht und dann im Dunkeln gut Munkeln mit den Kollegen hat, aber das würde nicht zum Effizienzgedanken der Natur passen. Ich unterstelle diesen an dieser Stelle. Ineffiziente Organismen lesen sich über die Generationen hinweg in Krisenzeiten selbst natürlich aus, da sie entweder mehr Nahrung oder mehr Energie verbrauchen als sie für Herausforderungen des Lebens in Krisenzeiten zur Verfügung haben.

Schlaf könnte somit eine Antwort der Evolution auf Ressourcen- oder Nahrungsknappheit sein. Interessant ist dabei, dass Schlafstörungen unter anderem als Folge das vermehrte Verlangen nach kohlehydratreicher Nahrung (viel gespeicherte Energie) haben können. ( Näheres dazu im Artikel über die Folgen von Schlafstörungen ) Dies unterstützt diese Evolutionsantwortthese.

Schlaf in der Tierwelt

Die Tierwelt passt sich unterschiedlich an. Besonders interessant ist die unterschiedliche Schlafdauer. Giraffen sollen täglich mit 60 Minuten Schlaf auskommen, Pferde mit 3 Stunden, Elefanten mit 4 Stunden, Koalas mit 14 Stunden, Katzen nehmen sich 16 Stunden dafür Zeit und diverse Fledermaus- und Faultierarten gönnen sich sogar 20 Stunden am Tag.

Diese Zeiten lassen sich nur bedingt in ein Muster packen, das beispielsweise nach Raubtier und Pflanzenfresser trennt. Auch das Muster „Zeit für Essensaufnahme“ wird beispielsweise durch die Wespe, welche nur 2-3 Stunden schläft durchbrochen. Eine Erklärung für Schlaf zu finden ist demnach nicht so einfach.

Was passiert im Schlaf?

Die Frage nach dem Warum kann auch alternativ rückwirkend über das erforschte nächtliche Verhalten des Körpers beantwortet werden, also über den Sinn des Schlafes.

Neurologische Beobachtungen zum Schlaf

Neurologen sehen Schlaf häufig als eine Funktion für das Gehirn. Es findet der Gedächtnistransfer ins Langzeitgedächtnis statt, man träumt als Verarbeitungsprozess und das Gehirn reinigt und repariert sich.

Der Schlafende durchlebt mehrere Schlafphasen, die sich durch ihre Schlaftiefe unterscheiden. Direkt nach dem Schließen der Augen entspannt sich der Körper und geht in die Phase des leichten Schlafes über. Es folgt der Übergang zum Tiefschlaf, in dem die Regeneration stattfindet. Im Lauf der Nacht werden alle Schlafstadien abwechselnd durchlaufen, d.h. vom Tiefschlaf kann es auch wieder in den leichten Schlaf oder die REM-Phase gehen. REM steht hierbei für Rapid Eye Movement, also „schnelle Augenbewegungen“, diese werden mit Träumen, also der Verarbeitung des Erlebten oder anderen Gehirnaktivitäten, verbunden.

Neben diesen Gehirnaktivitäten reguliert der Körper Flüssigkeitsstände – bspw. im Gallertkern der Wirbelsäule – oder repariert, entgiftet und baut auf. Man kann sagen, dass nach der täglichen Arbeit das Hobby „Hausputz und Handwerk“ in unserem Körper erledigt wird und beim Feierabendtee wird der Traum angeschaut.

Die Funktion von Träumen

Ob die Aussage stimmt, dass Träume der Verarbeitung dienen oder was die Funktion von Träumen ist, darüber diskutieren Schlafforscher. Für die Forschung wird gerne die Beobachtung des Negativzustands herangezogen. Was passiert wenn der Schlaf entzogen wird oder Träume zu Horrorszenarien werden. Darüber habe ich in der Artikelserie über Albträume berichtet. An dieser Stelle geht es um die Frage „Was ist Schlaf?“, darum ist hier nur wichtig, dass im Schlaf geträumt wird.

Die physiologische Schlafbereitschaft

Im Artikel „Gibt es die optimale Schlafzimmertemperatur?“ stelle ich die physiologischen Grundlagen des Schlafes aus dem „Kompendium Schlafmedizin“(2016) vor. Hierbei zeigt sich die evolutionäre Effizienz darin, dass der Körper seine eigene Temperatur für den Schlaf an eine Thermoneutralzone anpasst. Dabei handelt es sich um den Temperaturbereich, in dem der Körper seine aktuelle Temperatur über minimalen Aufwand konstant halten kann. Den optimalen Schlaf findet man dadurch, dass der Körper sich innerhalb der Thermoneutralzone maximal auf Reinigung, Reparatur, Regeneration und Energiesparen konzentrieren kann.

(R)evolutionäre Erkenntnisse über Schlaf

Die drei Doktoranden Ravi Nath, Michael Abrams und Claire Bedbrock stellen im Oktober 2017 die bisherige Sichtweise auf die Probe. Ihre Jelly-Fish-Studie zeigt, dass Schlaf älter ist als das Gehirn! Folglich müssen Quallen nachts nichts in ihr Langzeitgedächtnis übertragen, da sie keines besitzen. Somit scheint es naheliegend, dass das Gedächtnis zwar im Schlaf Daten sichert und verarbeitet, aber dies weil sich der Schlaf passend dazu anbietet und nicht weil der Schlaf dafür entwickelt wurde.

Wir räumen unsere Wohnung auch erst nach Feierabend auf und machen nicht Feierabend um unsere Wohnung zu putzen.

Untersuchungen von A. Rechtschaffen und B. M. Bergman

Die Wissenschaftler Allan Rechtschaffen und Bernard M. Bergman würden die Frage nach dem Warum sicher mit „Um nicht zu sterben!“ beantworten. 2002 veröffentlichten beide im Magazin SLEEP einen Artikel über ihre Schlafentzugversuche an Laborratten, der besagt dass alle Ratten nach zwei bis sechs Wochen Schlafentzug gestorben sind.

Schlafentzug führt zum Tod!

Rechtschaffen und Bergman konnten die Ursache nicht genau bestimmen, aber sie waren sich sicher, dass der Verlust der Wärmeregulationsfähigkeit ein wichtiger Aspekt ist. Ein geschwächtes Immunsystem oder das physiologische „Aufräumen“ des Gehirns schlossen beide aus und gaben aber zu dass sie Kerntodesursache nicht entschlüsseln konnten.

Die drei Gewinner des Nobelpreises für Medizin 2017 wurden unter anderem dafür geehrt, dass sie den Zusammenhang zwischen dem System des Tag-Nacht-Rhythmuses (zirkadianer Rhythmus) und dem System der Thermoregulation herausfanden; was die These bezüglich des Verlustes der Wärmeregulationsfähigkeit als Todessursache stützt. Stört man das eine System, dann wird auch das andere in Mitleidenschaft gezogen.

Was können wir daraus schließen?

An dieser Stelle kann man die Frage stellen, ob Ergebnisse von Labortieren auf den Menschen übertragbar sind oder nicht. Alleine die Tatsache, dass Schlafentzug zum Tode führt ist eine drastische Erkenntnis, die eine Übertragbarkeit auf Lebewesen im Allgemeinen überprüfenswert macht. Menschen werden durch Schlafentzug von Halluzinationen heimgesucht und das Gedächtnis funktioniert nicht mehr optimal, daher hört sich die These, dass Schlaf als „Aufräumzeit“ des Gehirns benötigt wird plausibel an.

Kennen Sie das Wort Scheinkorrelation?

Seit meinem Studium liebe ich das Wort Scheinkorrelation. Es bedeutet, dass man aus Untersuchungsergebnissen heraus Thesen annimmt, die aber falsch sind. Es hatte also in diesem Fall den Anschein, dass mehrere Dinge miteinander korrelieren, also miteinander verbunden sind. So könnte man sicher statistisch nachweisen, dass BMW-Fahrer die schlimmeren Raser sind als Trabantfahrer. Das Ergebnis wäre aber durch die unterschiedlichen zur Verfügung stehenden Pferdestärken als systematische Verzerrung leicht erklärbar. Es ist aber nicht immer so eindeutig, wie in diesem Beispiel, daher lohnt es sich meiner Meinung nach sich auch Fragen entgegen der allgemeinen Thesen zu stellen.

So wäre es beim Thema Schlaf interessant zu wissen, ob man sagen könnte, dass die Nacht zur Regeneration in das genetische Wissen/Programm eingeflossen ist, weil künstliches Licht vor langer Zeit nicht verfügbar war und der Körper diese von außen gegebene Ruhezeit freiwillig angenommen hat? Im Gegensatz dazu steht die aktuelle Basis, dass der Körper Schlaf von sich aus braucht, weil Säfte im Ungleichgewicht sind oder die Neuronenverbände im Wachzustand nichts abspeichern können.

„Nachts ist Kehrwoche“ weil: eine regelmäßige Zwangswartung sein muss versus vererbte Gewohnheit.

Nach meinem aktuellen Kenntnisstand kann die Wissenschaft diese und andere offenen Fragen noch immer nicht beantworten. Daher lautet die Antwort auf die Frage warum wir schlafen aktuell ernüchternd einfach: Weil wir irgendwann müde werden und unser Körper sich selbst in den Schlafmodus versetzt.

Der Körper sagt wann er müde ist und drängt auf den Schlafmodus.

Schlafkultur

Schlafen ist aber auch mehr als nur physiologische Funktionen, Säfte und Regeneration. Schlaf ist auch ein Kulturgut. Wie jedes Kulturgut unterliegt auch der Schlaf einem Wandel. Aus heutiger Sicht erscheint es undenkbar, dass im 17. und 18. Jahrhundert das Bett als „Prunkbett“ in einem Galaraum stand und als Audienzstätte für Fürsten diente. König Ludwig XIV. trieb sein Aufwachritual auf die Spitze und inszenierte u.a. das Grand Levée bei dem der Hofstaat, bis zu 200 Personen, ihm beim Aufstehen huldigten – sogar wenn er nicht im Schloss war!

Auch auf weniger adliger Ebene wandelte sich der Umgang mit Schlaf. Können Sie sich vorstellen mit zwanzig anderen in einem Schlafsaal zu liegen? Oder die Kinder im schon sogenannten Elternschlafzimmer zur Ruhe zu betten?

Schlaf ist inzwischen eher eine Privatsache. Und auch im Privaten wandelt sich der Umgang mit Schlaf. Meiner These nach dürfte er sich wie Mode in Zyklen verändern. Schlaf als Gesundheits- und Wellnessfaktor, als Störung der eigenen Produktivität, als Gammlertätigkeit, als zu zelebrierendes Luxusgut, als notwendiges Übel … Wie sehen Sie Schlaf? Wie Ihre Eltern, Großeltern oder Kinder?

Fazit

Nach aktuellem Kenntnisstand benötigt der Körper regelmäßig Schlaf. Warum das so ist, kann bisher noch niemand eindeutig beantworten. Der Vergleich mit dem Tierreich zeigt, dass es kein klares Muster gibt, wer aus welchem Grund wie viel schläft. Schlaf ist auch nicht erst für das Gehirn von der Evolution entwickelt worden, er ist älter als das Gehirn. Was die Beantwortung der Frage noch erschweren könnte: Stellen Sie sich vor, was es bedeuten würden, wenn der Schlaf mehrere Gründe hätte!

Egal aus welchem Blickwinkel man Schlaf betrachtet er bietet genügend Gesprächsstoff und bleibt trotzdem ein angenehmes Mysterium. Wie sehen Sie Schlaf?

Ich wünsche erholsamen Schlaf und bin gespannt auf Ihre Sichtweisen!

Thorsten von Bettdecke.de

 

Apnoe - eine Frau kann nicht schlafen
Apnoe, Schlaf, Schlafstörung

Sag Nö zur Apnoe

Im letzten Artikel ging es darum wie sich Partner von Schnarchern mit der entstehenden Belastung arrangieren können. Diesmal geht es um die andere Seite, nämlich um den Rhonchopathiker selbst und der ihm häufig traurig bekannten Apnoe.

Es ist überraschend wie viele Menschen im eigenen Bekanntenkreis einem gestehen, dass sie auch unter Apnoe leiden, wenn man das Thema anspricht.

Wie viele schnarchende Menschen kennen Sie? Haben Sie diese jemals gefragt, ob und was sie dagegen machen? Im Normalfall ist das kein Thema, das man mit Freunden bespricht, daher ist es umso verwunderlicher wie viele in ihrem Schlafzimmer kleine Kästchen mit einem Schlauch und einer Atemmaske daran besitzen. Wenn Sie sich jetzt fragen, was meint er mit diesen Kästchen, dann gehören Sie zu den Glücklichen, denen keine Apnoe im Schlaflabor bescheinigt wurde.

Was ist Apnoe?

Bei einer Apnoe handelt es sich um häufige Atemaussetzer in der Nacht. Dass man im Schlaf ab und zu die Luft anhalte, sei angeblich normal, daher ist die Frage ab wann man Apnoe hat? Das Heidelberger Schlaflabor gibt an, dass für die Diagnose einer Apnoe die Atemaussetzer mindestens 10 Sekunden dauern und der durchschnittliche Atemfluss um 90% sinken müssen.

Interessant ist es, dass man bei Artikeln immer nur etwas von der Apnoe hört, aber seltener, dass es zwei Arten gibt, nämlich die obstruktive und die zentrale Apnoe.

Von der obstruktiven Apnoe spricht man, wenn die Atemwege im Schlaf mechanisch behindert werden. Diese Variante hört sich seltsam an. Stellen Sie sich vor, dass sich im Schlaf Hautlappen im Hals derart entspannen sollen, dass sie die Atemwege versperren. Wäre dann im Sitzen zu schlafen nicht eine passende Therapieform?

Die medizinische Erklärung von den „Lungenärzten im Netz“ lautet, dass im oberen Atemtrakt beim Einatmen durch den Unterdruck an einigen Stellen es zu einem kompletten Verschluss durch erschlaffte Muskeln käme.

Von der zentralen Apnoe spricht man, wenn die Atmung im Schlaf durch das Zentrale Nervensystem gestört wird.

Wie erfährt man, ob man Apnoe hat?

Den ersten Hinweis erhält man von seiner Umwelt, indem diese einem missmutig mitteilt, dass man zu laut schnarche und zwischendurch garnicht mehr atme. Wenn chronische Müdigkeit, schlechte Konzentrationsfähigkeit und Gereiztheit sich ebenfalls zeigen, dann sollte man zum HNO-Arzt gehen.

Vom HNO-Arzt erhält man dann ein mobiles Messgerät, das einem die Nacht etwas unbequem macht, da die Schläuche am Kopf, ein klobiges Gerät am Körper und der Pulsmesser am Zeigefinger schlichtweg beim Einschlafen stören. Man kann es nicht positiver formulieren.

Wenn diese Messungen den Apnoe-Verdacht erhärten, dann folgt eine Überweisung ans Schlaflabor.

Was passiert im Schlaflabor?

Wer das mobile Messgerät anstregend fand, der freut sich darüber, dass die Nächte im Schlaflabor noch mehr Überwachungsgerätschaft bedeuten. Sehr viele Kabel dienen unter anderem der Messung der Hirnströme, der Herzfrequenz, des Sauerstoffgehalts im Blut, der Atemfrequenz oder der Atembewegungen von Brustkorb und Bauch.

Mikrofone nehmen die Atemgeräusche und die Flüche, dass schon wieder ein Kabel beim Umdrehen rausgegangen ist, auf.

Auf Basis dieser umfangreichen Datensammlung erhält man später eine Diagnose.

Welche Ursache hat die Apnoe?

Bei der zentralen Apnoe sind Probleme des Zentralen Nervensystems die Ursache. Bei der obstruktiven Apnoe alles was die Atemwege verengt – u.a. altersbedingtes Erschlaffen der Haut/Muskeln, Allergien, Übergewicht, schlechte Schlaflage, Rauchen, Entzündungen der Atemwege, usw.

Welche Folgen kann Apnoe haben?

Die nächtliche Abfolge von Atemstillstand gefolgt von einer heftigen Weckreaktion des Körpers, ähnelt dem Anlassen eines Motors oder dem Anschaltstrom eines elektrischen Gerätes. Permanentes von Null auf Hundert verschleißt Teile. Das für uns diesbezüglich relevanteste Teil heißt Herz. Der generellen Regulierung des Kreislaufes laufen diese Rhythmusverschiebungen ebenfalls zuwider. Dadurch erhalten alle zu versorgenden Organe und Körperregionen nicht kontinuierlich Sauerstoff. Soviel zu den körperlichen Folgen.

Auf der psychischen Seite belasten Vergesslichkeit, Gereiztheit und chronische Müdigkeit Beruf, Alltag und Freunde. Unzufriedenheit bis hin zur Depression können die Folge sein.

Was kann man machen?

Handelt es sich um die obstruktive Apnoe, dann hilft alles was den Atemwegsverschluss entgegenwirkt. Dazu gehören Oberkörper hochlagern, allergische Reaktionsauslöser meiden/entfernen, abnehmen und Tee trinken. Im Tee ist Theophyllin enthalten, das der Verengung von Atemwegen entgegenwirkt. Es wird im Netz von speziellen Singübungen für den Rachenbereich berichtet, aber dazu konnte ich noch keine wissenschaftliche Bestätigung finden.

Bei der zentralen Apnoe hilft professionelle ärztliche Hilfe und ebenfalls Tee trinken. Hierbei wirkt sich das Theophyllin positiv auf das Atemzentrum aus.

In beiden Fällen wird man ein Beatmungsgerät verschrieben bekommen, das fortan die Atemwege mit Luftdruck offen hält. Der Nachteil des permanenten Luftzuges ist das Austrocknen der Atemwege, daher niemals ein Gerät ohne Befeuchterfunktion nehmen!

Und bitte keine Schlaf- und Beruhigungsmittel ohne ärztliche Absprache nehmen, da diese die lebensnotwendigen Weckreaktionen unterdrücken können!

Die ganzen medizinischen Ursachen und Folgen sollte man im möglichen Rahmen angehen, aber darüber die psychische und soziale Seite nicht vergessen. Freunde, Kollegen und Familie sollte man bewusst von den Folgen der Gereiztheit abschirmen. Kein medizinisches Problem ist ein Problem, wenn man liebe Menschen um sich hat, die einen unterstützen.

Ich wünsche erholsamen schnarcharmen Schlaf und bin gespannt auf Erfahrungsberichte!

Thorsten von Bettdecke.de